Freitag, 18. Mai 2012  
   Archiv » 2007 » Februar » (20.) Hervorragender Start ins Jahr 2007 anmelden  
 

Portalstruktur

 
  Artikel minimieren  

Hervorragender Start ins Wettbewerbsjahr 2007!

Mit einem hervorragenden 2. Platz bei den Belgian Ladies Open in der Altersklasse unter 20 Jahren setzte Barbara Bandel gleich zu Beginn der Wettkampfsaison 2007 ein Ausrufezeichen und zeigte deutlich, dass in diesem Jahr mit ihr zu rechnen ist.

In dem mit 26 Starterinnen auch international hochklassig besetzten Teilnehmerfeld – 70 kg musste innerhalb von Dreier- bzw. Viererpools jeder gegen jeden kämpfen und nur die beiden Pool-Ersten qualifizierten sich für die Hauptrunde. Im ersten Kampf besiegte die Speyererin Elisa Radtke aus Frankfurt/ Oder knapp mit einer kleinen Wertung. Da diese den zweiten Kampf gegen die US Amerikanerin Harrison verlor, war Barbara auf jeden Fall für die Hauptrunde qualifiziert, hätte aber durch einen weiteren Sieg als Poolerste einer stärkeren Gegnerin in der Hauptrunde aus dem Wege gehen können. Leider erwies sich Harrison als zu stark und konnte mit Sankaku gewinnen.

Im ersten Kampf der Hauptrunde traf Barbara auf die Nationalkaderathletin Katharina Hilger. Mit gehörigem Respekt, aber einer hervorragenden taktischen Einstellung und Disziplin ging die Purrmann-Gymnasiastin zu Werke, anfangs noch etwas gehemmt und vorsichtig, mit zunehmender Kampfdauer immer energischer und zwingender, so dass auch ein zwischenzeitlicher Yuko-Rückstand nicht nur ausgeglichen, sondern kurz danach mit einem tiefen Schulterwurf auch die entscheidende Wazaari-Wertung zum Sieg erzielt werden konnte.

Barbaras nächste Gegnerin war Dotzler aus Bayern, die sich dem sofortigen Nachsetzen im Boden mit perfekt angesetztem Koschi-Jime geschlagen geben musste, nachdem sie vorher bereits mit einer Yuko-Wertung zurücklag.

Stephanie Egger aus der Schweiz hieß die letzte Hürde auf dem Weg ins Finale. Die größer gewachsene und kräftigere Athletin konnte gegen die taktisch wieder hervorragend kämpfende JVP-Kämpferin ihren gefährlichen Rechtsgriff nicht zwingend durchsetzen, so dass Barbaras Yuko für einen Seoi-Nage die einzige zählbare Wertung in diesem Kampf blieb und der Finaleinzug geschafft war.

Mit Harrison/ USA stand im Finale eine alte Bekannte gegenüber, die nicht nur Barbara im zweiten Kampf, sondern auch die letztjährige deutsche WM-Teilnehmerin, Barbara Baur, geschlagen hatte. Trotz guter Ansätze und permanentem Druck erwies sich Harrison an diesem Tag als zu stark für die Speyererin und hielt diese nach einem missglückten Yoko-tomoe-nage Ansatz im Haltegriff fest. Ein Minimalziel wurde trotzdem erreicht: die gefährlichen Sankaku – Ansätze der Amerikanerin blieben diesmal erfolglos.

Die Silbermedaille und Platzierung als beste Deutsche in dieser Gewichtsklasse sind ein sehr großer Erfolg und zeigen, dass Training, Lehrgänge und Wettkämpfe bei einem guten Zeitmanagement und dem unbedingten Willen, das alles zu schaffen, auch trotz Abitur zu organisieren sind. Die Klausuren zum Abitur schrieb Barbara Anfang Januar, nachdem sie in der Woche zuvor auf einem Konditionslehrgang auf dem Herzogenhorn/ Feldberg war. Nach der letzten Prüfung stieg sie in den Zug und fuhr zum internationalen Trainingslager nach Mittersill, während ihre Mitabiturienten an diesem Tag feiernd die Hauptstraße in Speyer bevölkerten. Leistungssport erfordert Opfer, schön, wenn diese Opfer mit Erfolgen belohnt werden.

Dass sich Barbara bei den Belgian Ladies Open am Sonntag bei den Frauen nach zwei verlorenen Kämpfen nicht für die Hauptrunde qualifizieren konnte, ist nicht weiter tragisch. Nach 6 Kämpfen am Samstag fehlte einfach die körperliche Frische. Dennoch war sie eine der wenigen Athletinnen, die sich auch am zweiten Tag der Herausforderung stellten. Auch das gibt Hinweise auf ihre Einstellung zum Judo und zum Leistungssport.


    

 
 
Nutzungsbedingungen - Copyright 2002-2012 Judo Verband Pfalz e.V. - Datenschutzerklärung